Die Gestaltung von Innenräumen hat einen entscheidenden Einfluss darauf, wie wohl sich Menschen fühlen. Besonders für demenzkranke Personen spielt eine gut durchdachte Innenraumgestaltung eine zentrale Rolle. Sie beeinflusst nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität der Betroffenen und des Betreuungspersonals.
Orientierung als zentraler Aspekt
Eine klare, übersichtliche Gestaltung und einfache Grundrisse sind entscheidend. Räumliche Orientierungshilfen, wie markante Möbel oder persönliche Gegenstände, unterstützen die Orientierung und schaffen Vertrautheit. Ebenso wichtig sind gut beleuchtete Räume, die Tageszeiten und Jahreszeiten deutlich machen, sowie gut sichtbare Uhren und Fenster mit Blick ins Freie.
Sicherheit und Autonomie fördern
Sicherheitsmaßnahmen sollen möglichst wenig einschränkend sein, um Autonomie zu erhalten. Gefährliche Gegenstände müssen sicher verwahrt werden, und Einrichtungen sollten barrierefrei gestaltet sein. Sichere, aber dennoch zugängliche Außenbereiche und gut erkennbare, stabile Handläufe unterstützen Mobilität und Sicherheit gleichermaßen.
Komfortable Rückzugsorte
Ruhebereiche und Nischen ermöglichen Bewohner:innen, sich zurückzuziehen und dennoch am sozialen Geschehen teilzunehmen. Flexible Einrichtungselemente wie Sitzbänke oder Schiebewände helfen, Räume je nach Bedarf umzugestalten und sozialen Austausch zu fördern.
Milieugestaltung und biografische Anker
Räume sollten nicht nur funktional, sondern wohnlich und lebendig gestaltet werden. Biografische Gegenstände und vertraute Materialien regen Erinnerungen an, bieten Orientierungshilfe und Sicherheit. Farben sollten warm und unaufdringlich sein und klare Kontraste bieten.
Wohnbereiche und Zimmergestaltung
Ideale Wohngruppen umfassen 8–12 Personen und bieten vielfältige Räume für unterschiedliche Aktivitäten. Zimmer sollten flexibel möblierbar, barrierefrei und sicher gestaltet sein, mit ausreichenden Bewegungsflächen und gut erreichbaren Sanitäranlagen.
Lichteinflüsse und Verbindung zur Außenwelt
Natürliches und künstliches Licht unterstützt den natürlichen Tagesrhythmus und verbessert die Orientierung. Helle, freundlich beleuchtete Räume mit Ausblick fördern Wohlbefinden und sozialen Austausch.
Die Küche als Herzstück
Die Küche sollte zentral gelegen und in das tägliche Geschehen integriert sein. Sie dient als sozialer Treffpunkt, fördert die Gemeinschaft und ermöglicht es den Bewohner:innen, aktiv am Alltag teilzunehmen. Eine einladende Gestaltung, regelmäßige Nutzung und biografische Elemente tragen dazu bei, Essen und Trinken als positives Gemeinschaftserlebnis zu gestalten.
Diese Empfehlungen bieten Institutionen und Planenden wertvolle Anregungen, um Lebensräume für demenzkranke Menschen so zu gestalten, dass sie Wohlbefinden, Sicherheit und ein Stück Lebensqualität ermöglichen.