HS24: Junior Design Research Conference

Lebensqualität bei Demenz
Herausforderungen und Potenziale immersiver Medien

Demenz stellt eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung dar, mit derzeit etwa 151.000 Betroffenen in der Schweiz und einer prognostizierten Verdoppelung der Prävalenz bis 2050. Die Krankheit beeinträchtigt die Lebensqualität durch kognitive, funktionale und verhaltensbezogene Symptome erheblich, insbesondere durch die Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia (BPSD). Nicht-pharmakologische Massnahmen, wie personzentrierte Pflege und Aktivierung, stehen im Fokus der Therapie. Neue Ansätze wie Virtual Reality (VR), der Einsatz immersiver Medien oder Serious Games zeigen vielversprechende Ergebnisse bei Verbesserung der Lebensqualität demenzerkrankter Personen.

Zur Analyse der Lebensqualität bei Demenzpatient:innen und der Einsatzmöglichkeiten immersiver Medien wurde in der vorliegenden Arbeit ein Mehrmethodendesign angewandt. Qualitative Interviews mit neun Beteiligten lieferten Einblicke in Erfahrungen in der Pflege und digitalen Medien, während eine teilnehmende Beobachtung das Verhalten und die Interaktionen der Betroffenen in ihrem Alltag dokumentierte. Die Ergebnisse betonen, dass immersive Medien nur mit fachkundiger Begleitung und in einem sozialen Nutzungskontext wirksam sind. Herausforderungen wie technologische Überforderung und Personalmangel verdeutlichen jedoch den Bedarf an einem geschulten Umfeld.

In der weiteren Forschungstätigkeit werden nun die Möglichkeiten von Prototypen evaluiert, um Wissen über Demenz zu vermitteln und die Lebensqualität der Betroffenen durch ein angepasstes Umfeld nachhaltig zu verbessern.